FAZ Magazin | 01.12.2014 | PDF

Single Bells

New York ist die Hauptstadt der Einsamen. Online-Dating hat daran nicht viel geändert. Dabei hat man heute als Single so viele Möglichkeiten wie nie zuvor.
Foto: Kai Nedden
Foto: Kai Nedden

MELANI

Mit 50, denken manche, ist die Zeit der Umbrüche vorbei. Für Melani Robinson fing sie erst an. Sie zog von Las Vegas, wo sie als Trainerin für Casino-Personal arbeitete, nach New York. Neue Stadt, neues Leben, neue Liebe? Melanis Ehemann warvor fünf Jahren gestorben, und langsam fühlte sie sich bereit für eine neue Beziehung. Viele Chancen rechnete sie sich zuerst aber nicht aus. „Ich dachte“, erzählt sie in einem Café an der Upper East Side, „wie soll ich einen Mann in einer Stadt finden, in der wunderschöne Mittzwanzigerinnen mit Harvard-Abschlüssen am Samstagabend allein zu Hause sitzen?“ Aber als Melani sich bei Dating-Seiten im Internet anmeldete, stellte sie schnellfest, dass es in New York mehr als genug Männer gab, die sich für sie interessierten: In einem Jahr ging sie auf etwa 100 Dates. „Inzwischen weiss ich: Es stimmt nicht, dass ältere Männer junge Frauen suchen.“ Ältere Männer suchten Frauen, die ihr Leben nachvollziehen können, die ihr Lieblingslied nicht nur aus dem Club-Remix kennen und vor denen sie sich nackt nicht schämen müssen. „Und seien wir mal ehrlich: Ein Durchschnittsmann jenseits der 50 kriegt
nicht einfach so eine heiße Zwanzigjährige“, sagt sie. „Es sei denn, er ist Donald Trump.“ Melani lacht – sie lacht gern und viel, so stark, dass ihre blonden Haare fliegen. Viele würden sagen: Sie sieht jünger aus als fünfzig. Melani sagt: „Ich sehe aus wie 50, und viele finden mich attraktiv. Muss das ein Gegensatz sein?“

Melanis Liebesleben war nicht weniger geschäftig als das ihrer 29 Jahre alten Tochter. Und bestimmt nicht weniger turbulent: „Mit 50 Single zu sein ist nicht viel anders als in den Zwanzigern“, sagt sie. „Der Wunsch, zu lieben und geliebt zu werden, ist gleich stark – und die Partnersuche nicht weniger verwirrend.“

Es gab den höflichen Antiquitätenhändler, der nach einem netten Abendessen anbot, sie vor die Haustür zu bringen und sie dann an die Hauswand presste und ihr die Zunge in den Rachen steckte; den götterschönen Kerl, der zum Verzweifeln roch; und einen Polizisten, der so viel hustete, dass sie im Gespräch kaum über ein Hallo hinauskamen. Melani schrieb diese Geschichten auf, in einem Blog namens „One Year Of Onlinedating With 50“. Doch viele ihrer Leserinnen waren 30 Jahre jünger als sie. Sie schrieben, dass sie ihnen aus dem Herzen spreche: Sie hatten alle dieselben Probleme. „Manchmal finde ich, dass jüngere Frauen es sogar schwerer haben“, sagt Melani. „In meiner Altersgruppe ist der Kandidatenpool
zwar dünner, andererseits ist man weniger wählerisch. Ich suche ja nicht den Vater meiner zukünftigen Kinder, sondern einfach jemanden, mit dem ich eine gute Zeit habe.“ Es gebe keinen Druck, einen Partner zu finden, es ticke keine biologische Uhr. Sie sei weniger bereit, Kompromisse einzugehen. „Wie einsam es auch ist, allein zu sein – in einer schlechten Beziehung ist es noch viel einsamer.“ Ihren Traummann hat Melani bisher nicht gefunden. Zur Zeit hat sie erst mal eine Pause vom Online-Dating eingelegt. „Das Internet kann ein sehr trauriger Ort sein“, sagt sie. „Aber andererseits: Mir fällt keine bessere Möglichkeit ein.“ Einmal ist sie auf eine UÅN50-Party gegangen, aber die Kandidaten sahen aus, als müssten sie das romantische Abendessen beim ersten Date intravenös einnehmen. Da würde sie noch eher auf die Angebote von Jungspunden eingehen, die sie öfter anschreiben, sagt Melani. „Schliesslich ist mein Nachname Robinson“ – wie bei Mrs. Robinson, die, von Simon and Garfunkel gesungen, den jungen Benjamin in „Die Reifeprüfung“ verführt. Aber auch das möchte sie nicht. „Alter ist nicht nur eine Zahl – das ist ein Platz in deinem Leben“, sagt sie. „Es bestimmt viele Dinge: Was du schon durchgemacht hast, was du noch durchmachen musst, wie deine Zukunft sein wird.“

Zum Schluss noch ein Tipp für die junge Generation? „Mädels, friert eure Eizellen ein. Aber gebt euch nicht mit weniger zufrieden, als ihr verdient.“

 

SEAN

Foto: Kai Nedden
Foto: Kai Nedden

„Schwule haben am Online-Dating mehr Spass“, sagt Sean. „Für uns ist es schneller und einfacher – zumindest was unverbindlichen Sex angeht.“ Er müsse sich nie Gedanken darum machen, wer die Drinks bezahlt (beide); ob es noch zu früh ist, mit jemandem ins Bett zu gehen (nein); und ob es ungefährlich ist, mit einem breitschultrigen Fremden auszugehen (breite Schultern hat er auch). Schneller Sex zerstöre nicht den Ruf – oder die Aussichten auf eine tiefere Beziehung. Sean wuchs in einer Kleinstadt in Alabama auf, im strenggläubigen „Bibel-Gürtel“ der Vereinigten Staaten. „8000 Einwohner, 8000 davon stockkonservativ“, erzählt er. „Bis ich dort wegging, habe ich keinen einzigen schwulen Mann gesehen“, sagt er. In New York, wohin er mit Ende 20 zog, gibt es etwa eine halbe Million Schwule: „Ich kam für mein Coming-out hierher, wie Tausende andere.“ Zuerst klickte er sich nur durch Profilbilder und träumte. „Für viele Schwule sind Dating-Plattformen inzwischen der erste Schritt, um zu verstehen, was sie wollen und was sie sind“, sagt Sean. „Die Hemmschwelle, sich ein Profil zu machen, ist geringer als in eine Schwulenbar zu gehen.“ Sein erstes Date, seinen ersten Sex, seine erste Beziehung hat er dem Internetzu verdanken. „Ohne Online-Dating wäre mein Leben sehr, sehr anders.“

Zur Zeit ist Sean, der 32 Jahre alt ist, bei mehreren Plattformen angemeldet. Downtown, wo er unterrichtet, loggt er sich nur bei OkCupid und match.com ein – Plattformen, die Menschen anhand ihrer Interessen und Beziehungsvorstellungen zusammenbringen. Dienste wie Grindr oder Scruff, die Männer anzeigen, die möglichst nah sind, benutzt Sean nur Uptown, fern von seiner Schule. Er befürchtet, dass er sonst online auf Kollegen oder Studenten treffen könnte. Sean macht die App Scruff auf seinem Smartphone auf. Die Seite, die anzeigt, wer gerade online und in der Nähe ist, sieht aus wie ein Puzzle aus nackten Oberkörpern und ein paar Gesichtern. Eine Nachricht poppt auf. Einer der nackten Oberkörper schreibt: „Hi, wie geht’s?“ Sean schreibt zurück. „Wenn es sich nach weiteren Nachrichten herausstellt, dass er kein Idiot ist, werden wir mehr Fotos austauschen.“ Die meisten Gespräche führen nicht viel weiter, aber wenn es gut läuft, passiert alles sehr schnell. „Manchmal braucht man nur eine Handvoll Worte, bevor man sich verabredet. Die Anstrengung ist minimal.“ Meistens trifft Sean potentielle Partner in einer Bar um die Ecke von seiner Wohnung, damit der Abend in beide Richtungen gehen kann – entweder getrennte Wege oder zu ihm nach Hause. Viele bestellten ihre Sexpartner einfach vor die Haustür, wie Pizza, erzählt Sean. „Aber ich bin zu nett. Ich hätte es nicht drauf, jemandem zu sagen: Du siehst ganz anders aus als auf dem Foto. Bitte geh!“

Je länger man durch die Fotos bei Scruff klickt, desto klarer wird, dass es Instant-Spaß nicht für alle Schwulen gibt – wer älter ist und nicht einem Körperideal entspricht, wird es schwer haben. Und natürlich wollen nicht alle Männer nur schnellen Sex. Viele hoffen, online eine ernsthafte Beziehung zu finden. Mr. Right sei aber genauso schwer zu finden wie in der heterosexuellen Welt, sagt Sean. Vielleicht sogar schwieriger – weil es so viele Mr. Right Nows gibt. „Anderswo ist das Gras immer grüner, vor allem in New York“, sagt Sean. Und Online-Dating sei ein Beschleuniger der Verhältnisse. Niemand will sich festlegen, wenn man jederzeit Tausende Möglichkeiten im Smartphone in seiner Hinterntasche trägt.

Inzwischen hat sich Sean mit etwa 100 Männern getroffen. Bisher hatte er nur eine längere Beziehung, obwohl er sich danach sehnt. „Ich habe angefangen, die Namen in meinem Kalender aufzuschreiben. Andernfalls würde ich mich nicht mehr an sie erinnern“, sagt er. „Ich glaube aber nicht, dass ich ohne Online-Dating in einer festen Beziehung wäre. Ich wäre genauso Single – bloss mit weniger Dates.“

JESSICA

Foto: Kai Nedden
Foto: Kai Nedden

Dating-Websites sind bevölkert von strahlenden Menschen mit interessanten Karrieren, gesundheitlich wertvollen Hobbys und optimistischen Lebenseinstellungen. Depressionen und schlechte Angewohnheiten gibt es in dieser Parallelwelt nicht. Auch keinen Kater und keine miese Laune. Erst wenn die Menschen sich offline treffen, bröckelt die Illusion. Jessica hatte keine Lust auf glattgebügelte Selbstdarstellung. Die Künstlerin, die in New York lebt, machte ein Experiment – ein Kunstprojekt zum Thema Ehrlichkeit. Was passiert, wenn man in seinem Dating-Profil die ungeschönte Wahrheit schreibt? Wenn man die Fragen, die viele nur als Sprungbrett für die Selbstvermarktung nutzen, aufrichtig beantwortet? Herausgekommen ist die Selbstbeschreibung einer intelligenten, sarkastischen Achtundzwanzigjährigen, die oft an sich zweifelt, manchmal zu viel trinkt, und sich zu
viele Gedanken über ihr Äusseres macht. Alles ziemlich menschlich also. Auszüge aus ihrem Profil:

„Ich habe sehr hohe und wahrscheinlich unrealistische Erwartungen
an Beziehungen.“

„Manchmal treffe ich (unter Alkoholeinfluss) schlechte Entscheidungen,
die zu ungeschütztem Sex mit Fremden führen.“

„Ich schwanke zwischen Vermessenheit und lähmenden Selbstzweifeln.“

„9-to-5-Jobs machen mich depressiv.“

„Mit 16 wachte ich nach einer Party auf mit dem Penis des Onkels einer Freundin im Mund.“
„Ich weiss nicht, ob so viel Ehrlichkeit produktiv ist beim Kennenlernen und beim Funktionieren in der Gesellschaft allgemein“, sagt Jessica. „Aber ich weiss, dass es sich richtig gut anfühlt.“ Sie verstehe, dass Menschen einen möglichst guten ersten Eindruck hinterlassen wollen, aber findet Gefallsucht ausgerechnet bei der Partnersuche gefährlich. Jeder Mensch sucht nach einem Partner, der ihn später mit all seinen Macken und dunklen Seiten akzeptieren soll. Aber auf den Dating-Seiten begegnen sich ununterscheidbare Schaufensterpuppen. „Wenn Leute versuchen, so liebenswert wie möglich für so viele Menschen wie möglich zu sein, kommen beliebige und banale Profile dabei heraus“, sagt sie. „Jeder scheint so austauschbar.“

In der Zeit, in der sie das Experiment laufen liess, bekam Jessica etwa 50 Nachrichten – viel weniger als Frauen, die nicht so ehrlich waren wie sie. Die Reaktionen waren gemischt. Manche Männer waren verständnisvoll und angetan von ihrer Ehrlichkeit, manche vor den Kopf gestossen, manche dreist. „Du bist faszinierend. Ich habe noch nie etwas Derartiges gelesen, so gut ausgedrückt und ich-bewusst“, schrieb ein Verehrer. „Du siehst unglücklich aus“, hiess es in einer anderen Nachricht. Es gab auch Lebensratschläge: „Ungeschützter Sex mit Fremden ist nicht immer schlecht. Hi,
ich bin M. Wie geht es dir?“

Jessica hat sich mit vier Männern, die ihr geschrieben haben, getroffen. Geworden ist daraus nichts. Nach ihrem Experiment beschloss sie, das Online-Dating aufzugeben. „Ich kann Menschen besser im Bus kennenlernen als online“, sagt Jessica. „Da kann man sich weniger verstellen, bekommt ein akkurateres Bild voneinander.“ Würde sie Frauen, die auf Partnersuche sind, empfehlen, so ehrlich zu sein wie sie? „Wer ernsthaft einen Partner sucht, sollte nicht so viel online über Sex reden wie ich“, sagt Jessica. „New York ist eine moderne, höchst technisierte Stadt im Fast-Forward- Modus. Aber was heterosexuelles Dating angeht, ist es immer noch sehr konservativ.“ Sex sei beim Kennenlernen ein Tabuthema. Auch die Rollenverteilung sei immer noch stark: Männer bezahlten immer noch das Abendessen, und Frauen müssten vor allen Dingen hübsch sein. Die meisten Interessenten schienen ihr Profil erst gar nicht gelesen zu haben. Viele Nachrichten, sagt sie, lauteten etwa so: „Was für eine schöne Frau du bist! Ich liebe dein rotes Kleid.“ Die Selbstvermarktung beim Online-Dating unterschied sich nicht allzu sehr von Produktwerbung: Die Verpackung war wichtiger als der Inhalt. „Ehrlichkeit hin oder her – am wichtigsten sind immer noch deine Fotos.“

JARAD

Jarad

In New York leben mehr alleinstehende Frauen als Männer – etwa 150.000 mehr. Am stärksten ist das Ungleichgewicht in Stadtteilen mit hohem Einkommen und Bildungsgrad zu spüren: An der Upper East Side zum Beispiel kommen auf einen Junggesellen zwei weibliche Singles. „In New York muss ein Mann nur auf die Strasse gehen und atmen, um jemanden kennenzulernen“, hört Jarad oft, wenn er über sein Liebesleben klagt. Den Satz hasst der Neunundzwanzigjährige inzwischen. „Ich muss härter für ein Date arbeiten als jede Frau, die ich kenne“, sagt er. „Die Mathematik spielt nicht zu meinen Gunsten.“

Jarad hat einen Abschluss von einer Elite-Universität. Er ist charmant, hat ein ansteckendes Lachen, mag moderne Kunst und Literatur. Der Finanzjournalist sucht nicht nach einer schnellen Nummer, sondern hätte am liebsten eine feste Beziehung. Viele Frauen würden ihren Traummann genau so beschreiben. Mit der Liebe lief es aber trotzdem nicht so gut. „2012 ging eine langjährige Beziehung zu Ende“, erzählt Jarad. „Ich schmorte monatelang in meiner Mitleidssosse.“ Seine Mitbewohnerin überredete ihn dazu, sich bei OkCupid anzumelden. Die Dating-Plattform saugte ihn auf. Jarad feilte stundenlang an seinem Profil und las akribisch die Selbstbeschreibungen der Frauen, bis er eine fand, die denselben Buchgeschmack hatte wie er und einen genauso schrägen Humor. Dann tüftelte er an einer kreativen Nachricht, wartete, träumte. Zurück kam: Stille.

Das wiederholte sich ein paar Mal. Die Mädchen seiner Träume schrieben nie zurück. Nicht einmal: Nein, danke, kein Interesse. Als Jarad seiner Mitbewohnerin beim Online-Dating zuschaute, verstand er, warum. Kaum hatte sie sich eingeloggt, sortierte sie die interessierten Kandidaten in Lichtgeschwindigkeit aus: Jeder Mann bekam nur einen Sekundenbruchteil Aufmerksamkeit, bevor er weggeklickt wurde. „Hübsche Frauen werden täglich von 30 bis 40 Kerlen angeschrieben“, sagt Jarad. „Sie fahren ihre Abwehr dementsprechend hoch.“ Ihm wurde klar: Der Grossteil seiner sorgfältigen Nachrichten wurde erst gar nicht geöffnet. „Damit ich überhaupt bemerkt werde, müsste ich auf meinem Profilfoto aussehen wie George Clooney. Oder täglich eine Unmenge Frauen anschreiben.“ Online-Dating schien wie eine aus dem Ruder gelaufene Party, auf der Männer wahllos baggerten und Frauen sie abblockten. „Mir war klar, dass dieses System für keinen gut ist“, sagt er. „Aber wer nicht mitmacht, sitzt am Samstagabend allein zu Hause.“

Er legte sich eine Schablonen- Nachricht zu, die er, leicht angepasst, im Copy-Paste-Verfahren an viele Frauen verschickte. Er überflog die Profile nur noch flüchtig, achtete nicht mehr auf den Buchgeschmack. „Im Prinzip reduzierte ich meine Kriterien auf zwei: sieht gut aus, beherrscht die Rechtschreibung.“ Etwa 80 Prozent seiner Nachrichten blieben immer noch ohne Antwort. Aber wenn man 100 Nachrichten verschickt, schreiben immerhin 20 Frauen zurück. Ein paar von ihnen gingen mit Jarad aus. Die Verabredungen waren aber lauwarm. Wie wollten sie auch anders sein, wenn die einzige Schnittmenge eine gemeinsame Sprache und ein nettes Gesicht ist? Er blieb dran. „Online-Dating war für mich, wie ständig an einem Tropf von Zurückweisung zu hängen und sich trotzdem nicht losreissen zu können“, sagt Jarad. „Ich war süchtig nach den gelegentlichen Ego- Boosts.“ In zwei Jahren Online-Dating ging er auf etwa 40 Dates, aus ein paar davon wurde Sex, eines wurde zu einer zweimonatigen Beziehung.
Als sie zu Ende ging, loggte er sich wieder bei OkCupid ein: ein Schluck Ego- Cocktail gegen den Herzschmerz. Eine der Frauen, die er angeschrieben hatte, bevor er mit seiner jetzigen Ex zusammenkam, hatte sich zurückgemeldet. Er könnte sie auf ein Glas Wein einladen. Sie würden Smalltalk machen. Er würde ein paar Witze erzählen. Sie würde angespannt lachen. Vielleicht würden sie am Ende im Bett landen und nie wieder voneinander hören. Er hatte keine Lust dazu.

Zur Zeit geht Jarad nur mit Frauen aus, die er über Freunde kennengelernt hat. Er habe verstanden, dass eine grosse Auswahl nicht immer ein besseres Ergebnis bedeutet. „Für mich waren die unbegrenzten Möglichkeiten der Stadt vor allem unbegrenzte Möglichkeiten für schlechte Dates.“ Seinen Account bei OkCupid hat er noch nicht gelöscht.
Man weiss ja nie.